Abtreibung: Wer darf entscheiden? Ein Kommentar

„if you’re not outraged you‘re not paying attention“

– AND I AM. 

Es betrifft mich nicht persönlich, vielleicht noch nicht, vielleicht wird es das auch nie. Aber: wenn in einem US-Bundestaat 2019 ein Gesetz verabschiedet wird, dass dafür sorgen soll, dass Abtreibungen härter bestraft werden als Vergewaltigungen, macht mich das verdammt wütend – aber vor allem besorgt. Ich fühle mich als Frau davon betroffen. Weil ich glaube, dass dieses Szenario nicht so weit weg ist, wie es geografisch scheint: Unsere rechtskonservative Politik versucht das Thema Abtreibung auch in Österreich still und leise in einem Hinterzimmer zu behandeln.

Initiativen wie #fairändern wollen Abtreibungen erschweren oder ebenfalls ganz verbieten. Wie in Alabama sind es auch hier vor allem alte weiße Männer, die letztendlich darüber entscheiden, was Frauen mit ihrem Körper, ihrem Uterus, machen dürfen oder auch nicht. Die Initiatorinnen von #KeinenMillimeter protestieren dagegen und wollen mit ihrer Petition einen Rückschritt der reproduktiven Rechte von Frauen in Österreich verhindern.

In Alabama gingen Frauen in Kostümen, die an die Serie „the handmaid’s tale“ erinnern, auf die Barrikaden. In der Romanverfilmung werden Mägde zur Reproduktion versklavt, sie sind wandelnde Brutkästen für die Elite. Im ersten Moment scheint die Assoziation überspitzt, im zweiten sind Zitate aus der Serie, wobei die Hauptprotagonistin an die Anfänge zurückdenkt, erschreckend treffend: „Nichts verändert sich sofort, die Veränderung kommt schleichend.“

„nothing changes instantaneously: in a gradually heating bathtub you‘d be boiled to death before you knew it“

– aus „the handmaid’s tale“

Und Abtreibungsgegner setzen sich für eine Veränderung ein: Erst letztes Jahr wurde in Deutschland eine Frauenärztin zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie auf ihrer Website über die Möglichkeiten einer Abtreibung informierte. Die Richter sahen sich mit dem Urteil von Kristina Hänel zwar überfordert, dennoch wurde es gefällt.
„Sie müssen das Urteil tragen wie einen Ehrentitel in einem Kampf für ein besseres Gesetz“, hieß es abschließend. Den Kampf führen muss vor allem die Zivilgesellschaft. Weltweit. Let’s all pay attention.

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